Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen.
Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Alle Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Foto: Josef Floh

Josef Floh übernimmt die Versorgung des Roten Kreuz Tulln, der Polizei sowie des Krisenstabs

Foto: Birgit Reitbauer

Österreichs renommiertes Sterne-Restaurant „Steirereck“ unterstützt die zahlreichen Krisenhelfer mit einer täglichen Mahlzeit.

27. März 2020

Kulinarische Solidarität

#mutmachen - #kochenfürhelden: Wie Gastronomen, Produzenten und Lebensmittelhändler auf die Covid-19-Krise reagieren

WIEN. Der Corona-Shutdown stürzt die gesamte Gastro-Branche in die Krise. Ob das kleine Grätzl-Cafe oder das vielfach besternte Gourmetrestaurant. Die Einnahmen bleiben aus, die Fixkosten aber müssen zum Großteil weiter beglichen werden.

Nach einer kurzen Schockstarre entfalten mehr und mehr Gastronomen kreative Initiativen, nicht nur, um ihre MitarbeiterInnen zu halten, sondern auch um anderen, die es in der aktuellen Krise besonders nötig haben, zu helfen. Sie stecken nicht den Kopf in den Sand, sondern werden – gestützt auf die finanziellen Versprechungen der Regierungen – auf die eine oder andere Weise aktiv. Unter den Hashtags #mutmachen – #kochenfürhelden – #supportyourlocal vernetzen sich Restaurants, Agenturen und Food&Beverage-Unternehmen in Österreich und Deutschland, um in dieser kritischen Phase einen positiven Beitrag zu liefern und uns allen damit Mut zu machen.

Gastronomische Nothelfer und Mutmacher

Die Agentur „Wine & Partners“ stellt auf ihrer Website laufend neue „kulinarische Nothelfer“ vor, die jene unterstützen, die derzeit rund um die Uhr im Kampf gegen Covid-19 im Einsatz sind und die kritischen Infrastrukturen aufrecht erhalten, um das Virus schneller bewältigen zu können: Krankenhauspersonal, Pfleger, Ärzte, Zivildiener, Soldaten, Polizisten, Reinigungskräfte, Pädagogen, Angestellte im Lebensmittelhandel, Apotheken oder Drogerien, Mitarbeiter von öffentlichen Verkehrsmitteln, Energie- und Wasserversorgung und Freiwillige, die andere in dieser Zeit unterstützen.

Eine der ersten auf der #mutmachen-Liste waren Birgit und Heinz Reitbauer vom Wiener Gourmettempel „Steirereck“. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern haben sie kurzerhand beschlossen, die Krisenhelfer mit einer täglichen Mahlzeit zu unterstützen. Das Steirereck, das weltweit berühmteste Restaurant Österreichs, wurde über Nacht zu einer Charity-Küche umfunktioniert. Dort arbeiten täglich zehn Köche – freiwillig und mit Sicherheitsabstand – an der Produktion der Mahlzeiten. Die Verteilung der Pakete erfolgt über die Einsatzleitung des Innenministeriums. Um die Unterstützung der Hilfskräfte langfristig aufrecht zu erhalten, ist das Steirereck auf Lebensmittel-Sponsoring durch Produzenten angewiesen.

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Der griechische Rindfleischeintopf wird von Konstantin Filippou mit der Schulter vom Waldviertler Blondvieh zubereitet, im Glas abgefüllt und pasteurisiert. Foto: porcella

Auch Josef Floh kocht in seiner vielfach ausgezeichneten Gastwirtschaft in Langenlebarn (NÖ) nun für regionale Einsatzkräfte. Er übernimmt die Versorgung des Roten Kreuz Tulln, der Polizei sowie des Krisenstabs. Mit helfenden Händen wird in der Gastwirtschaft Floh täglich eine warme Mahlzeit zubereitet. Die Zustellung der Mahlzeiten wird durch das Rote Kreuz Tulln durchgeführt. Seine wichtigsten Lieferanten, allen voran der Fleischereibetrieb Höllerschmid, unterstützen die Initiative mit Zutaten, sodass sie gemeinsam die Versorgung der Einsatzkräfte stemmen können.

Kochen für Helden und Support your local

Ähnliche Initiativen haben auch deutsche Starköche gestartet. Tim Mälzer hat sich in Hamburg zusammen mit anderen Gastronomen der bundesweiten Aktion #kochenfürhelden angeschlossen. Statt in seinen drei Restaurants Gäste zu bewirten, beliefert er seit Montag die Großküche des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf mit Nudelgerichten und Kuchen.

Andere Köche und Gastronomen wie Konstantin Filippou (in Kooperation mit Porcella), Hans Kilger oder Max Stiegl vom „Gut Purbach“ stellen ihre Produktion auf die Fertigung essfertiger Mahlzeiten (Eintöpfe, Ragouts und diverse Sugos für Nudelgerichte) um, die sich – in Gläser abgefüllt und pasteurisiert – auf Vorrat im Kühlschrank lagern lassen und nach kurzem Erwärmen zu Hause gegessen werden können. Ein Service, das auch deutsche Sterne-Restaurants wie „Nobelhart und Schmutzig“ oder das „Haus Stemberg“ ihren Gästen bieten.

Soli-Küche für Obdachlose und Bedürftige

Gefühlt kommen fast täglich neue Initiativen dazu. Nicht nur, um verwöhnte Restaurantgäste in ihrer häuslichen Quarantäne kulinarisch zu versorgen oder Einsatzkräfte und Pflege- und Spitalspersonal zu verköstigen. Das Hamburger Catering Unternehmen „Kitchen Guerilla” hat die „Soli-Küche” gestartet – um Obdachlosen und weiteren bedürftigen Menschen eine warme Mahlzeit in Zeiten der Corona-Krise zu ermöglichen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Das Hamburger Catering Unternehmen „Kitchen Guerilla” hat die „Soli-Küche” gestartet – um Obdachlosen und weiteren bedürftigen Menschen eine warme Mahlzeit in Zeiten der Corona-Krise zu ermöglichen. (Foto: Kitchen Guerilla)

Für viele dieser Aktivitäten und Initiativen gilt zudem #supportyourlocal. Denn die lokale Gastronomie-Szene und die kleinen Produzenten und Lebensmittelhändler vor Ort können nur dann die Krise überleben, wenn man weiterhin, ja sogar vermehrt auf ihre Produkte zurückgreift. Viele kleine Lebensmittelhändler haben zum Teil über Nacht einen Onlinehandel aus dem Boden gestampft. (wr)

Hier ein paar brauchbare Links: https://markta.at, www.nunukaller.com, http://www.donatellafood.eu/, netswerk.net/essenswert/, https://www.supermari.at/, https://www.labonca.at, https://www.porcella.at, https://www.wiesbauer-gourmet.at, www.eishken.at, https://kaes.at, myproduct.at, biobaer.at

  • Esskultur
  • Gastronomie
  • Innovation
  • Retail
  • Solidarität

Agenda

11.11.2021
Retaility – Wie wirklich bleibt die Wirklichkeit im Handel?
ECR Tag 2021, Eventhotel Pyramide, Vösendorf (A) - PODIUMSDISKUSSION MIT HANNI RÜTZLER, MAURICE BEURSKENS. NICOLE BERKMANN UND NILS WLÖMERT (Moderation: Armin Wolf)

Informationen über aktuelle Foodtrends & mehr.

Nach der Anmeldung erhalten Sie einen Bestätigungslink.